Notschlafstelle und Gassenküche

Neubrückstrasse 19, 3019 Bern, Buslinien 11 und 21 Haltestelle Henkerbrünnli, Telefon 031 301 64 04, email staff@sleeper.ch

Gassenküche

Täglich 18 bis 20 Uhr geöffnet. Tagesmenü Fr 5.-

Notschlafstelle

Check-in 22 bis 01 Uhr. Übernachtung Fr 5.-. Für Übernachtungen per Kostengutsprache wird eine Bearbeitungsentschädigung von Fr 10.- pro Übernachtung berechnet.

Spendenaufruf

Spenden für die Notschlafstelle und Gassenküche sind stehts willkommen

Postkonto: 30-335257-8

IBAN: 18 0900 0000 3033 5257 8

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Twint: 079 742 59 48

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Die Sleeper Story

Der Anfang
Der Sleeper wurde während der Jugendunruhen 1980 bis 1982 von «Randständigen für
Randständige» als Verein «Sleep-In» gegründet. Zwar verweigerte der Berner Gemeinderat dazumal
eine Notschlafstelle im autonomen Jugendzentrum (Reithalle), unterstützte jedoch trotzdem das
Projekt und ermöglichte 1981 die Eröffnung des, «Sleep-ln» an der Hodlerstrasse in Bern.
Ab 1984 übernahm die «Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen Region Bern» (AKiB) die
Trägerschaft des «Sleep-In». Seither subventionierte die Stadt Bern die Notschlafstelle bis 1998 mit
namhaften Beiträgen. Die Zusammenarbeit zwischen AKiB und Sleep-In war die ganze Zeit über von
Streitigkeiten bezüglich Kompetenzen und Zuständigkeiten geprägt. Das Sleep-In Team setzte sich
schliesslich mit seinem niederschwelligen Konzept durch. Die 40 Schlafplätze wurden hauptsächlich
von Obdachlose, aus der Gesellschaft Ausgestiegenen und solchen durch alle sozialen Netze
gefallenen Menschen genutzt.


Die Entscheidung
Aufgrund weiter bestehender Differenzen wurden von der damaligen Bernischen Fürsorgedirektion
per Ende 1997, Subventionen und Haus gekündigt. Nun wurde der Verein «Pro Sleeper» ins Leben
gerufen. Das Team und der neue Verein versuchten sich noch über einen neuen Leistungsvertrag mit
der Stadtregierung zu einigen, was jedoch wegen zu unterschiedlicher Vorstellungen scheiterte. Die
Stadtverwaltung begann zudem in diesem Haus an der Hodlerstrasse eine Drogenanlaufstelle zu
planen. In der Folge kam es dann zu wochenlangen Verhandlungen, Gesprächen und
Auseinandersetzungen, auch bis vor Gericht. Zum Glück erhielten der Verein Sleeper und das
Sleeper-Team tatkräftige Unterstützung von bekannten Persönlichkeiten aus Politik, Kultur und
Wissenschaft.


Der Umzug und Umbau
Schliesslich einigte man sich auf eine andere städtische Liegenschaft für die Notschlafstelle. Der
Sleeper zog im Frühling 1998 am 31. März an die Neubrückstrasse 19 beim Henkerbrünnli.
Umgehend wurden mit Um-und Ausbauarbeiten begonnen, während dessen der improvisierte
Betrieb der Notschlafstelle und Gassenküche aufrechterhalten werden konnten. In den oberen
Stockwerken mussten die Infrastruktur für 20 Schlafplätze erstellt werden, wie auch sanitäre
Einrichtungen und Aufenthaltsbereiche für die Übernachtungsgäste und Mitarbeiter. In den beiden
unteren Stockwerken ist das legendäre DEAD END wie man es heute kennt wieder auferstanden, mit
der Bar, wo hauptsächlich die Einnahmen für die Notschlafstelle generiert werden, sowie die
professionell eingerichtete Gassenküche. Die Bauarbeiten wurden hauptsächlich vom Sleeper-Team
in Gratisarbeit ausgeführt, womit auch die Baukosten tief gehalten werden konnten.


Finanzen
Wie konnte man das alles finanzieren? Es wurden Kirchenkollekten organisiert und es kamen
Beiträge von der Bürgi-Stiftung und viele private Spenden zusammen. Auch später und das ganze
Jahr über fliessen sporadisch kleinere und grössere Spenden, dann auch hauptsächlich über die Weihnachtszeit. Mit den Einnahmen des DEAD END Club konnten dann auch weiter die Baufinanzierungen und der laufende Betrieb sichergestellt werden – bis vor kurzem. Dann kam
Covid-19. Dadurch sind Sleeper und Gassenküche wieder vermehrt von Spenden abhängig geworden.


Aufgaben und Kompetenzen
In der gut ausgestatteten Gassenküche sind neben talentierten Freiwilligen auch Profis am Werk. Das
sieht man an den tollen Menüs und dem abwechslungsreichen Speiseplan. Täglich wird dieses
Angebot von zahlreichen Gästen wahrgenommen. In der Küche werden hauptsächlich regionale
Produkte verarbeitet. Von der Organisation «Die Schweizer Tafel» und auch von regionalen
Lebensmittelgeschäften wird die Gassenküche gratis mit vielerlei Lebensmittel beliefert – dies auch
im Rahmen der Bekämpfung von Foodwaste. Die Gassenküche muss wie jedes andere Restaurant
den Hygienevorschriften des Lebensmittelinspektorates von Bern genügen, was dann auch
kontrolliert wird. Die Notschlafstelle bietet Platz für 20 Frauen und Männer. Momentan ist die Platzzahl wegen Covid19 auf 10 Personen beschränkt. Es wird eine einfache Anwesenheitsliste geführt. Die manchmal nicht
einfachen Gäste muss nur ein paar einfache Regeln einhalten, sonst sind sie sich selbst überlassen
und müssen sich untereinander arrangieren. Es gibt auch eine kleine Küche, wo die Leute für sich
selbst etwas kochen können. Jeden Morgen wird ein einfaches Frühstück bereitgestellt. Die
Räumlichkeiten und sanitären Anlagen müssen zum Teil mehrmals täglich/nächtlich gereinigt
werden. Täglich fallen Berge von Bettwäsche an. Dazu stehen In der Waschküche eine IndustrieWaschmaschine und ein leistungsstarker Tumbler.
Der Zweck ist, ein niederschwelliges Angebot für Essen und Übernachten bereitzustellen. Es besteht
weder Auskunft-noch Ausweispflicht. Oft landen Mittel – oder Obdachlose mehr oder weniger zufällig
und spontan im Sleeper, oder die Polizei gabelt irgendwo ein Umherirrender auf und bringen ihn
dann in die Notschlafstelle. Es besteht auch eine rege Zusammenarbeit mit Sozialämtern aus der
ganzen Schweiz, deren Clientel sich gerne in Bern aufhalten und die einzige
Übernachtungsmöglichkeit dann der Sleeper ist. Im Nachbarhaus konnte zusätzlich eine Sleeper WG
mit 4 möblierten Zimmer eingerichtet werden. Da sind Langzeitobdachlose untergebracht, welche
sonst keine Chance auf eine eigene Wohnung hätten.
Angehörige des Sleeper Teams haben zusätlich ein Notwohnungsprogramm ins Leben gerufen. Es
wurden 13 einfache und preisgünstige Wohnungen hinzu gemietet und an ebenfalls
Langzeitobdachlose weitervermittelt.


DEAD END
Vor dem Corona-Lockdown war der DEAD END Club der tragende finanzielle Hauptpfeiler des
Sleepers und der Gassenküche. Spass, Vergnügen und Unterhaltung stehen hier im Vordergrund. Es
macht dem Team grosse Freude, Partys zu organisieren und die Gäste zu unterhalten. Es finden
Konzerte mit regionalen und internationalen Bands statt und regionale und internationale DJs spielen
da regelmässig. Auch «Stiller Has» hatte da schon gespielt.

DEAD END Club https://www.dead-end.ch


Letzte Überarbeitung 07.06.2021 Daniel Siegmann danu@sleeper.ch