Der Verein Sleeper betreibt die Notschlafstelle 
und die Gassenküche seit 1980

Notschlafstelle

Die Notschlafstelle bietet Platz 
für 14 Männer und 6 Frauen.

Check-In von 22.00–01.00

Um 09.00 Uhr werden alle geweckt und das Frühstück steht bereit.

Die Notschlafstelle muss um 10.00 verlassen werden.

CHF 5.00 / Übernachtung

plus

CHF 10.00 / Übernachtung
(zusätzliche Umtriebsentschädigung bei Kostengutsprachen)

Gassenküche

Jeden Abend kochen wir für alle ein feines Nachtessen in gemütlicher Atmosphäre.

Die Gassenküche ist jeden Abend von 18.00 bis 20.00 geöffnet

Wir bieten eine Mahlzeit für einen Beitrag von CHF 5.00 an.

Geschichte

Der Verein Sleeper besteht seit mehr als 30 Jahren.

Der Anfang
Der Sleeper wurde während der Jugendunruhen 1980 bis 1982 von «Randständigen für Randständige» als Verein «Sleep-In» gegründet. Zwar verweigerte der Berner Gemeinderat dazumal eine Notschlafstelle im autonomen Jugendzentrum (Reithalle), unterstützte jedoch trotzdem das Projekt und ermöglichte 1981 die Eröffnung des «Sleep-ln» an der Hodlerstrasse in Bern.
Ab 1984 übernahm die «Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen Region Bern» (AKiB) die Trägerschaft des «Sleep-In». Seither subventionierte die Stadt Bern die Notschlafstelle bis 1998 mit namhaften Beiträgen. Die Zusammenarbeit zwischen AKiB und Sleep-In war die ganze Zeit über von Streitigkeiten bezüglich Kompetenzen und Zuständigkeiten geprägt. Das Sleep-In Team setzte sich schliesslich mit seinem niederschwelligen Konzept durch. Die 40 Schlafplätze wurden hauptsächlich von Obdachlosen, aus der Gesellschaft Ausgestiegenen und durch alle sozialen Netze gefallenen Menschen genutzt.

Die Entscheidung
Aufgrund weiter bestehender Differenzen wurden von der damaligen Bernischen Fürsorgedirektion per Ende 1997 Subventionen und Haus gekündigt. Nun wurde der Verein «Pro Sleeper» ins Leben gerufen. Das Team und der neue Verein versuchten sich noch über einen neuen Leistungsvertrag mit der Stadtregierung zu einigen, was jedoch wegen zu unterschiedlicher Vorstellungen scheiterte. Die Stadtverwaltung begann zudem in diesem Haus an der Hodlerstrasse eine Drogenanlaufstelle zu planen. In der Folge kam es dann zu wochenlangen Verhandlungen, Gesprächen und Auseinandersetzungen, auch bis vor Gericht. Zum Glück erhielten der Verein Sleeper und das Sleeper-Team tatkräftige Unterstützung von bekannten Persönlichkeiten aus Politik, Kultur und Wissenschaft.

1980–
1998

Der Umzug und Umbau
Schliesslich einigte man sich auf eine andere städtische Liegenschaft für die Notschlafstelle. Der Sleeper zog im Frühling 1998 am 31. März an die Neubrückstrasse 19 beim Henkerbrünnli. Umgehend wurden mit Um-und Ausbauarbeiten begonnen, währenddessen der improvisierte Betrieb der Notschlafstelle und Gassenküche aufrechterhalten werden konnten. In den oberen Stockwerken musste die Infrastruktur für 20 Schlafplätze erstellt werden, wie auch sanitäre Einrichtungen und Aufenthaltsbereiche für die Übernachtungsgäste und Mitarbeiter. In den beiden unteren Stockwerken ist das legendäre DEAD END wie man es heute kennt wieder auferstanden, mit der Bar, wo hauptsächlich die Einnahmen für die Notschlafstelle generiert werden, sowie die professionell eingerichtete Gassenküche. Die Bauarbeiten wurden hauptsächlich vom Sleeper-Team in Gratisarbeit ausgeführt, womit auch die Baukosten tief gehalten werden konnten.

Finanzen
Wie konnte man das alles finanzieren? Es wurden Kirchenkollekten organisiert und es kamen Beiträge von der Bürgi-Stiftung und viele private Spenden zusammen. Auch später und das ganze Jahr über fliessen sporadisch kleinere und grössere Spenden, dann auch hauptsächlich über die Weihnachtszeit. Mit den Einnahmen des DEAD END Club konnten dann auch weiter die Baufinanzierungen und der laufende Betrieb sichergestellt werden – bis vor kurzem. Dann kam COVID-19. Dadurch sind Sleeper und Gassenküche wieder vermehrt von Spenden abhängig geworden.

Aufgaben und Kompetenzen
In der gut ausgestatteten Gassenküche sind neben talentierten Freiwilligen auch Profis am Werk. Das sieht man an den tollen Menüs und dem abwechslungsreichen Speiseplan. Täglich wird dieses Angebot von zahlreichen Gästen wahrgenommen. In der Küche werden hauptsächlich regionale Produkte verarbeitet. Von der Organisation «Die Schweizer Tafel» und auch von regionalen Lebensmittelgeschäften wird die Gassenküche gratis mit vielerlei Lebensmittel beliefert – dies auch im Rahmen der Bekämpfung von Foodwaste. Die Gassenküche muss wie jedes andere Restaurant die Hygienevorschriften des Lebensmittelinspektorates von Bern erfüllen, was dann auch kontrolliert wird.
Die Notschlafstelle bietet Platz für 20 Frauen und Männer. Momentan ist die Platzzahl wegen COVID-19 auf 10 Personen beschränkt. Es wird eine einfache Anwesenheitsliste geführt. Die manchmal nicht einfachen Gäste müssen nur ein paar grundlegende Regeln einhalten, sonst sind sie sich selbst überlassen und müssen sich untereinander arrangieren. Es gibt auch eine kleine Küche, wo die Leute für sich selbst etwas kochen können. Jeden Morgen wird ein einfaches Frühstück bereitgestellt. Die Räumlichkeiten und sanitären Anlagen müssen zum Teil mehrmals täglich/nächtlich gereinigt werden. Täglich fallen Berge von Bettwäsche an. Dazu stehen In der Waschküche eine Industrie-Waschmaschine und ein leistungsstarker Tumbler.
Die Idee ist, ein niederschwelliges Angebot für Essen und Übernachten bereitzustellen. Es besteht weder Auskunft-noch Ausweispflicht. Oft landen Mittel- oder Obdachlose mehr oder weniger spontan im Sleeper, oder die Polizei bringt Umherirrende direkt in die Notschlafstelle. Es besteht auch eine rege Zusammenarbeit mit Sozialämtern aus der ganzen Schweiz, deren Klientel sich gerne in Bern aufhalten und die einzige Übernachtungsmöglichkeit dann der Sleeper ist. Im Nachbarhaus konnte zusätzlich eine Sleeper WG mit vier möblierten Zimmer eingerichtet werden. Dort sind Langzeitobdachlose untergebracht, welche sonst keine Chance auf eine eigene Wohnung hätten.
Angehörige des Sleeper Teams haben zusätzlich ein Notwohnungsprogramm ins Leben gerufen. Es wurden 13 einfache und preisgünstige Wohnungen dazu gemietet und ebenfalls an Langzeitobdachlose weitervermittelt.

DEAD END
Vor dem Corona-Lockdown war der DEAD END Club der tragende finanzielle Hauptpfeiler des Sleepers und der Gassenküche. Spass, Vergnügen und Unterhaltung stehen hier im Vordergrund. Es macht dem Team grosse Freude, Partys zu organisieren und die Gäste zu unterhalten. Es finden Konzerte mit regionalen und internationalen Bands statt und regionale und internationale DJs spielen da regelmässig.

1998–
2021